Geruch bei pflanzlicher Haarfarbe: woher er kommt und was wirklich hilft

Wer zum ersten Mal mit Henna, Indigo oder Cassia färbt, rechnet mit vielem, aber selten mit diesem erdigen Geruch, der nach dem Auswaschen noch in den Längen sitzt. Manche beschreiben ihn als frisch gemähtes Gras, andere als kalten Tee oder Waldboden nach dem Regen. Kein Grund zur Sorge: Genau so riechen Pflanzen, wenn sie auf das Haar treffen. Hier kommt alles, was Sie über diesen Duft wissen müssen, und wie Sie ihn schneller loswerden.

Warum riecht Ihre Pflanzenhaarfarbe so?

Der Geruch hat einen einfachen Ursprung: Eine pflanzliche Haarfarbe besteht aus nichts anderem als fein gemahlenen Pflanzen. Henna, Indigo, Cassia und Amla sind getrocknete Blätter und Früchte, die zu Pulver verarbeitet werden. Sobald dieses Pulver mit warmem Wasser angerührt wird, geben die Pflanzen ihre natürlichen Aromastoffe frei, genauso wie ein Kräutertee zu duften beginnt, wenn man heißes Wasser aufgießt.

Dieser Duft ist also ein direktes Zeichen dafür, dass echte Pflanzen am Werk sind und nichts sonst. Keine Parfümstoffe, die etwas überdecken, kein synthetischer Geruch, der das Naturprodukt kaschiert. Was Sie riechen, ist schlicht der Eigengeruch der Blätter. Bei Indigo fällt er oft etwas intensiver und grüner aus, bei Cassia eher mild und heuartig. Die Mischung aus mehreren Pflanzen ergibt dann diesen typischen, leicht erdigen Ton.

Ohne Ammoniak: warum Pflanzliches niemals in der Nase beißt

Ein entscheidender Unterschied fällt vielen erst beim direkten Vergleich auf: Eine pflanzliche Coloration sticht nie in der Nase. Sie kennen vielleicht diesen stechenden, fast tränentreibenden Geruch herkömmlicher Färbemittel. Der stammt von Ammoniak und chemischen Oxidationsmitteln, die die Haarstruktur aufsprengen, um den Farbstoff einzuschleusen.

Unsere Rezepturen kommen ohne all das aus: ohne Ammoniak, ohne PPD, ohne Resorcin, ohne Oxidationsmittel. Deshalb ist der Geruch zwar deutlich wahrnehmbar, aber nie aggressiv. Er reizt weder Augen noch Atemwege. Das ist auch der Grund, warum eine pflanzliche Haarfarbe für eine empfindliche Kopfhaut so gut verträglich ist: Statt die Faser aufzubrechen, legen sich die Pigmente außen um das Haar und ummanteln es. Der Duft erinnert deshalb eher an einen Spaziergang durch den Garten als an ein Chemielabor.

Wie lange bleibt der Geruch im Haar?

Das ist die Frage, die nach der ersten Anwendung am häufigsten gestellt wird, und die Antwort beruhigt: Der Geruch ist vorübergehend. Direkt nach dem Auswaschen ist er am stärksten. In den folgenden ein bis drei Tagen verflüchtigt er sich nach und nach, mit jedem Tag wird er schwächer.

Bei den meisten ist nach dem ersten oder zweiten Haarewaschen kaum noch etwas davon übrig. Wie schnell es genau geht, hängt von der Haarstruktur ab: Dickes, poröses oder sehr trockenes Haar hält den Duft etwas länger, weil es generell mehr aufnimmt. Eine Besonderheit, die Sie kennen sollten: Der Geruch kann kurz zurückkehren, sobald das Haar nass wird, etwa nach dem Duschen, beim Sport oder an einem regnerischen Tag. Das ist normal und verschwindet wieder, sobald das Haar getrocknet ist. Mit jeder Wäsche wird auch dieser Effekt schwächer, bis er ganz verschwindet.

6 einfache Tipps, mit denen der Geruch schneller verschwindet

Sie müssen den Duft nicht einfach aussitzen. Mit ein paar Handgriffen lässt er sich spürbar schneller mildern, ganz ohne starke Parfüms, die das Färbeergebnis stören könnten:

  • Gründlich, aber sanft ausspülen. Spülen Sie das Haar nach dem Einwirken lange mit klarem, lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar abläuft. Je weniger Pflanzenreste im Haar bleiben, desto weniger riecht es.
  • Eine saure Spülung verwenden. Ein Schuss Apfelessig in einem Liter kaltem Wasser als letzte Spülung neutralisiert den erdigen Ton und bringt zusätzlich Glanz. Der Essiggeruch selbst verfliegt beim Trocknen vollständig.
  • Mit einem milden Conditioner pflegen. Erst ein bis zwei Tage nach der Coloration empfiehlt sich eine Pflegespülung. Sie versiegelt die Faser und legt einen feinen, angenehmen Duft darüber.
  • Das Haar gut durchtrocknen lassen. Feuchtes Haar riecht intensiver. Lassen Sie es nach dem Färben vollständig an der Luft trocknen oder föhnen Sie es sorgfältig durch.
  • Ein paar Tropfen ätherisches Öl einsetzen. Lavendel oder Rosmarin, sparsam in die Spülung gegeben, harmonieren wunderbar mit den Pflanzentönen und sorgen für einen frischen Abschluss.
  • Etwas Geduld mitbringen. Der wirksamste Tipp bleibt die Zeit. Der Geruch gehört zum natürlichen Prozess und verschwindet von ganz allein, meist schneller, als man denkt.

Ein Pflanzenduft, kein Makel

Es lohnt sich, die Perspektive zu wechseln: Dieser Geruch ist kein Fehler im Produkt, sondern der ehrliche Beweis dafür, womit Sie Ihre Haare färben. Eine konventionelle Färbung riecht nach nichts oder nach Parfüm, weil sie aus synthetischen Bestandteilen besteht, die kaschiert werden. Pflanzen dagegen riechen nach Pflanzen.

Genauso wie frische Kräuter, ein Kräutertee oder ein Strauß Blumen ihren eigenen Charakter haben, bringt auch eine echte pflanzliche Coloration ihren natürlichen Duft mit. Viele empfinden ihn nach kurzer Eingewöhnung sogar als angenehm und beruhigend, weil er für genau das steht, was sie sich wünschen: eine Pflege ohne aggressive Chemie. Der Duft ist Teil des Rituals, nicht sein Schönheitsfehler.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Geruch der pflanzlichen Haarfarbe gefährlich?

Nein, in keiner Weise. Der Geruch stammt ausschließlich von gemahlenen Pflanzen wie Henna, Indigo oder Cassia und enthält keinerlei schädliche Dämpfe. Anders als bei ammoniakhaltigen Färbemitteln reizt er weder Augen noch Atemwege. Er ist genauso unbedenklich wie der Duft eines Kräutertees und gerade deshalb auch für eine empfindliche Kopfhaut geeignet.

Warum riecht mein Haar wieder, wenn es nass wird?

Das ist völlig normal. Wasser aktiviert die in der Faser verbliebenen Pflanzenpigmente kurzzeitig erneut, sodass der Geruch nach dem Duschen, beim Schwimmen oder an Regentagen wieder auftaucht. Sobald das Haar getrocknet ist, verschwindet er wieder. Mit jeder Wäsche wird dieser Effekt schwächer und verliert sich nach einigen Tagen ganz.

Wie lange bleibt der Geruch nach einer pflanzlichen Coloration?

In der Regel ein bis drei Tage. Direkt nach dem Auswaschen ist er am intensivsten und nimmt dann täglich ab. Nach der ersten oder zweiten Haarwäsche ist meist kaum noch etwas wahrnehmbar. Bei sehr porösem oder dickem Haar kann es etwas länger dauern, weil es mehr aufnimmt.

Kann ich Parfüm benutzen, um den Geruch zu überdecken?

Wir raten von starken Parfüms direkt nach dem Färben ab, da sie sich mit den Pflanzentönen mischen und das Färbeergebnis in den ersten Stunden stören können. Besser sind eine saure Spülung mit Apfelessig oder wenige Tropfen Lavendel- oder Rosmarinöl in der Pflegespülung. Diese harmonieren mit den Pflanzen und überdecken nichts gewaltsam.

Bedeutet ein starker Geruch, dass die Coloration besonders gut wirkt?

Nicht unbedingt, aber ein deutlicher Pflanzenduft ist ein gutes Zeichen für ein frisches, hochwertiges Pulver mit hohem Anteil echter Pflanzen. Die Intensität hängt von der Pflanzenmischung ab, Indigo riecht etwa kräftiger als Cassia. Über die Farbtiefe entscheiden Einwirkzeit und Temperatur, nicht die Stärke des Geruchs.